Historie


» 1897

Ein Stück Eisenbahnschiene als erster Amboss

Ferdinand Walther legte mit seiner Betriebsgründung 1897 in Grimma bei Leipzig den Grundstein für ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen.
In der familieneigenen Werkstatt wurden Türschlösser und Kunstschmiedearbeiten in Handarbeit hergestellt. Jeden Morgen um 5 Uhr begann die Arbeit, sonntags wurden potentielle Kunden in der Umgebung besucht und die Produkte vorgestellt.


» 1910

Apparatebau und Starkstrom-Steckvorrichtungen

Die erste Werkstatt wurde schnell zu klein. Bau der ersten Fabrik mit rund 50 Mitarbeitern. Durch den sonntäglichen Kundenkontakt wurden neue Bedarfe sichtbar. Blitzableiter, elektrische Klingel- und Gleichstromanlagen wurden installiert, erste Tiefbrunnenpumpen im Kundenauftrag gebaut. Die Fertigung musste also um entsprechende Maschinen, Apparate und elektrische Schwachstrom-Installations-, sowie später auch Elektro-Starkstrom-Installationsmaterialien erweitert werden.


» 1920

Ausweitung in Richtung Schalter, Verteil- und Schaltanlagen

"Durch rastlose Tätigkeit des Inhabers und seiner Mitarbeiter, eine klare Erkenntnis der Bedürfnisse des Marktes und durch fortschrittliche Entwicklung der Konstruktionen und der Fabrikation vermehrten sich die Aufträge und Mitarbeiterzahl." - Auszug aus einer Festschrift zum 40-jährigen Firmenjubiläum
Der Katalog umfasst 1922 bereits über 500 Standardartikel. Das Sortiment beinhaltet Hebel-, Walzen- und Sterndreiecksschalter, sowie gekapselte Steckvorrichtungen, Verteilerkästen und Schaltanlagen.


» 1930

Über 1.300 Mitarbeiter, mehr als 6.000 Katalogartikel

Die Kundschaft kommt nun auch vermehrt aus dem Ausland (Frankreich, Jugoslawien, Belgien, etc.), erste Kataloge auf Englisch und Französisch werden gedruckt. Die WALTHER-Werke zählen mehr als 1.300 Mitarbeiter, die Produktionsstätte wird kontinuierlich erweitert. Viele neue Maschinen werden angeschafft, um das stetig wachsende Produktprogramm herzustellen. Das Produktspektrum umfasst bereits mehr als 6.000 Artikel.


» 1940

Neuanfang nach dem Krieg

Der zweite Weltkrieg geht auch an den WALTHER-Werken nicht spurlos vorbei. Die Produktionsstätten werden von Grimma nach Bad Reichenhall umgesiedelt - der Neuaufbau beginnt unter erschwerten Bedingungen in einem ehemaligen Tanzlokal. Nur ein Bruchteil des Maschinenparks konnte mit umgezogen werden.


» 1950

Durchhaltevermögen gefragt

Die Nachwirkungen der Umsiedelung halten weiter an. Das Sortiment musste aufgrund der fehlenden Fertigungseinrichtungen drastisch gekürzt werden. Hebelschalter in unterschiedlichen Ausführungen, Hausanschluss- und Sicherungskästen bilden neben Verteilungen und gekapselten Steckvorrichtungen den Kern des Sortiments.


» 1960

Einreichung des Normierungsvorschlags für CEE Steckvorrichtungen

Ferdinand Walther kann altersbedingt die Geschäfte nicht weiter fortführen. Hans Kalthoff sen., der bereits seit einigen Jahren als Vertreter der WALTHER-Werke mit Sitz in Münster gearbeitet hat, übernimmt die WALTHER-Werke. Das Sortiment wird in den Folgejahren gestrafft und auf die Bereiche Steckvorrichtungen, Nocken- und Hebelschalter konzentriert. Durch die Einreichung des Normierungsvorschlags für die noch heute gültige CEE Steckvorrichung (Rundsteckvorrichtungen aus Kunststoff), damals CEE 17, gelingt der Durchbruch. Die WALTHER-Werke wachsen wieder.


» 1970

Betriebsverlagerung nach Eisenberg (Pfalz)

Die CEE-Steckvorrichtungen aus Kunststoff setzen sich im Markt durch und verdrängen vermehrt die Flachsteckverbinder aus Aluminium. Das fordert auch neue Fertigungseinrichtungen und -fläche. Die WALTHER-Werke siedeln an ihren heutigen Stammsitz nach Eisenberg (Pfalz) über. Das Sortiment wird konsequent weiterentwickelt. Neben der Produktserie Norvo (für Kleinspannung), werden erste Steckdosenkombinationen aus Kunststoff dem Markt vorgestellt. Die Kompetenzen der Aluminiumverarbeitungen fließen in die neue Produktserie Procon Industrie-Steckverbinder ein. Hierzu wird zudem die Fa. Müller Steckverbinder übernommen. Die Vertriebsniederlassung in Österreich wird gegründet.


» 1980

Wachstum mit gestrafftem Sortiment

CEE Steckvorrichtungen, Abschaltbare Wandsteckdosen und Steckdosenkombinationen werden in Sortimentsbreite und -tiefe weiter ausgebaut auf über 2.500 Katalogartikel. Die Produktserie Mondo (Installations-Kanaldosen) werden auf der Hannover-Messe vorgestellt. Das Wachstum hält weiter an, die Fertigungskapazitäten müssen stetig erweitert werden.
Die Vertriebsniederlassung in England wird gegründet.


» 1990

Internationalisierung und Qualitätsmanagement

Die Fertigungsstätte in Eisenberg wird erfolgreich nach ISO 9001 zertifiziert, über 600 VDE Prüfzeichen und mehr als 1.000 internationale Zertifikate belegen den durchgängig hohen Qualitätsstandard bei WALTHER. Weitere Vertriebsniederlassungen in Frankreich und USA werden gegründet. Markteinführung von Steckdosenkombinationen aus Vollgummi und Polyäthylen. Redesign der CEE Steckvorrichtungen und Steckdosenkombinationen.


» 2000

Stromverteilsysteme und Elektromobilität

Mit der Übernahme der Alfred Bosecker GmbH & Co. KG wird das Sortiment um Stromverteiler und Trafostationen ausgeweitet. Die Kompetenzen aus über 70 Jahren in den Bereichen Baustrom-, Freizeit- (Camping / Marina) und Industrieverteiler, sowie die Erfahrungen aus komplexen Verteilsystemen mit Abrechnungsverfahren bilden später die Grundlage für die Markteinführung WALTHER E-Mobility Ladesäulen. 


» 2010

Fit für die Zukunft

Das Qualitätsmanagement wird weiter ausgebaut - Zertifizierung nach internationalem Automobilstandard ISO 16949 TS erfüllt höchste Anforderungen. Durch die Gründung des Geschäftsbereichs WALTHER SYSTEMS in Leipzig wird die Grundlage für intelligente Verteilsysteme in den Bereichen Bau, Freizeit, Industrie und Mobilität gelegt. Im Bereich Verteilungen rückt das Energiemanagement ins Zentrum, die einzelnen Produktbereiche wachsen zu Systemlösungen zusammen.