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Anforderungen des Eichrechts

 

Für die Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur ergeben sich konkrete Anforderungen an das eichrechtskonforme Laden und Abrechnen. Dazu gehört: genaues Messen, Zuordnung von Kundendaten und eine transparente wie auch sichere Übertragung von Transaktionsdaten an eine Abrechnungsplattform, das Back-End. Als technische Maßnahme zur Erfüllung der eichrechtlichen Kundenschutzanforderungen setzen die Ladesäulenhersteller zunehmend auf sogenannte Public-Key-Signaturverfahren. Seit April 2018 arbeitet die Bundesnetzagentur mit der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt (PTB) zusammen und hat bei der Anmeldung von Ladesäulen ein optionales Feld zur Eingabe von Public Keys auf ihrer Webseite vorgesehen. Public Keys sind auf Messeinrichtungen angezeigte, eichrechtsrelevante Zahlenfolgen, die pro Ladepunkt vergeben werden und einen Bezug zum Standort geben. Sie ermöglichen dem Nutzer des Ladepunkts durch Eingabe in eine Transparenzsoftware, die ausgewiesenen Messwerte auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Der Benutzer erhält auch den kompletten Ladedatensatz mit allen wichtigen Informationen.

Die Betreiber von Ladeeinrichtungen müssen bei der Bundesnetzagentur immer dann einen Public Key mit angeben, wenn der Hersteller als Ergebnis der Konformitätsbewertung nach dem Mess- und Eichgesetz eine Baumusterprüf-bescheinigung mit entsprechender Verpflichtung erhalten hat.

Eine weitere Herausforderung stellt das Thema Datensicherheit sowie die korrekte Zuordnung der Daten im Falle eines Kommunikationsverlusts auf dem Weg zur Abrechnungsplattform dar. Der aktuelle Rechtsrahmen im gesetzlichen Messwesen (MessEG und MessEV) fordert daher für die Abrechnung eines Ladevorgangs eine nachvollziehbare Transparenz für öffentlich zugängige Ladeinfrastruktur.

Zu einem Ladevorgang gehört die Messung und Erfassung der geladenen Energiemenge sowie der Zeitraum des Ladens. Das Eichrecht schreibt hier vor, dass Kundendaten immer eindeutig zugeordnet und diese sicher an eine Abrechnungsplattform (OCPP 1.6 – Open Charge Point Protocol – fähiges Back-End) übertragen werden müssen.  

Als aktives Vereinsmitglied der ersten Stunde haben die WALTHER-WERKE im Rahmen der S.A.F.E.-Initiative (Software Allicance for E-Mobility) die Entwicklung einer unabhängigen Transparenz-Software für einen verbraucherfreundlichen Marktstandard zur Messwert- und Rechnungsprüfung maßgeblich mit gefördert. Mit dieser Software kann der Kunden bequem und sicher alle relevanten Datensätze auslesen und überprüfen.

So funktioniert´s!

 

 

  1. Der Nutzer authentifiziert sich an der Ladestation über eine App (mittels QR Code) oder mit einer RFID-Karte.

  2. Vor Beginn des Ladevorgangs werden die Messwerte der Zählerdaten durch eine geeichte Messkapsel in der Ladeeinrichtung erfasst.


  3. Der Kunde startet den Ladevorgang.


  4. Nach Ladeende wird der Ladevorgang am Ladepunkt oder am Fahrzeug beendet.


  5. Die Messzähler-Daten werden nach Abschluss des Ladevorgangs durch eine geeichte Messkapsel in der Ladeeinrichtung erfasst. (In Deutschland müssen alle Zähler, welche für die Abrechnung des Energieverbrauchs genutzt werden, geeicht sein. Die geeichte Messkapsel der WALTHER-WERKE stellt eine verschlüsselte Datenmessung und Speicherung sicher.)

  6. Der unabhängige Ladestationsbetreiber empfängt durch einen Backend Dienstleister (OCPP 1.6) die signierten Messdatensätze des Ladevorgangs.

  7. Die übermittelten Datensätze werden bis zum Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist im Backend gespeichert.

  8. Der Endkunde kann mit Hilfe der Transparenzsoftware S.A.F.E seine Ladevorgänge inkl. digital signierter Messwerte überprüfen. So kann er sicherstellen, dass die in Rechnung gestellten Werte nicht durch Dritte manipuliert wurden.

GESETZLICHE REGELUNGEN: Umrüstung nicht eichrechtskonformer Ladeinfrastruktur

 

Seit dem 1. April 2019 ist durch die Preisangabenverordnung (PAngV) vorgeschrieben, dass alle Ladesäulen ein geeignetes Messsystem aufweisen müssen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat jedoch in Zusammenarbeit mit der Ladeinfrastruktur-Branche eine Übergangsregelung für den Umgang mit nicht eichrechtskonformen Ladesäulen beschlossen. Durch diesen Beschluss wurde eine etwaige Stilllegung von Ladestationen nach dem 31. März 2019 verhindert. Die Betreiber gewinnen somit auch mehr Zeit für eine eichrechtskonforme Nachrüstung. Derzeit gibt es noch keine förmlich-einheitliche Frist, bis zu der alle DC- und AC-Ladeeinrichtungen deutschlandweit umgerüstet werden müssen.

Das derzeitige Vorgehen ist wie folgt: Jeder Betreiber von Ladeeinrichtungen stellt seinen konkreten, individuellen Nachrüstplan der zuständigen Eichbehörde vor. Darin hat der Betreiber zu erläutern, ob der Hersteller, mit dem er zusammenarbeitet, sich bereits in einem Konformitätsbewertungsverfahren befindet und wann voraussichtlich mit dem Erteilen einer Baumusterprüfbescheinigung bzw. wann mit der Marktverfügbarkeit einer konformitätsbewerteten Ladeeinrichtung und dem Abschluss der Umrüstung des kompletten Bestandes des betreffenden Ladepunktbetreibers zu rechnen ist.

Für die Errichtung neuer Ladeinfrastruktur gilt: Aufgebaut werden dürfen nur noch konformitätsbewertete Ladeeinrichtungen.

Eichrechtskonforme Lösungen der WALTHER-WERKE

 

Als zukunftsfähige und kundenfreundliche Lösung bietet WALTHER-WERKE seinen Kunden eichrechtskonforme Ladesäulen und Wandladestationen durch Integration einer plombierten Messkapsel bestehend aus einem MID-Modbus-Zähler, einem CryptoGateway und einer neuen RFID-Displayeinheit pro Ladepunkt. Mit der Messkapsel werden die Messwerte eichrechtskonform ermittelt. WALTHER-WERKE hat die Messkapsel so konzipiert, dass diese in alle neue Produkte verbaut und je nach Produktreihe, Baujahr und Aufbau weitestgehend in Bestandsprodukten nachgerüstet werden kann. Zur Durchführung einer eichrechtskonformen Nachrüstung kooperieren die WALTHER-WERKE mit dem deutschlandweiten Servicepartner Synfis.

Zukunftssicher und kundenorientiert

 

Das CryptoGateway signiert den Kundenladevorgang und verschlüsselt diesen vor dem Versenden zum Back-End. Die RFID-Displayeinheit mit LCD-Anzeige visualisiert dem Kunden alle relevanten Daten des Ladevorganges und zeigt gleichzeitig auch den Differenzwert zwischen dem aktuellen und dem Zählerstand bei Ladebeginn an. Ein Messwert, der über den marktüblichen Standard hinausgeht.   

Die Messkapsel verfügt über einen lokalen Ringspeicher, auf dem die Ladedaten aufgezeichnet werden.
Der Public Key wird zusätzlich auch als QR-Code angezeigt. Für die Authentifizierung ist ein neuer RFID-Leser für Karten von MIFARE Classic sowie zukünftig für DESFire im Gehäuse des Displays gemäß NFC-Norm integriert.

Alles benutzerfreundlich und auf Augenhöhe.